Abschlussexpedition in der Cordillera Blanca

Schon während der zehntägigen Akklimatisationsphase an der über fünftausend Meter hohen Esfinge gelingen dem Team Durchsteigungen von diversen anspruchsvollen Routen an der achthundert Meter hohen Granitwand. Anschliessend besteigen sämtliche Team-Mitglieder den formschönen Artesonraju (6025m) über die Südostwand. Bestens akklimatisiert wird das Basecamp nun an die wunderschöne Laguna Chacra verschoben. Drei junge Alpinisten klettern von hier über den Nordgrat auf den Huandoy Este (6000m). Durch die Südostwand der Piramide (5885m) klettern vier junge Alpinisten, bevor zwanzig Meter vor dem Gipfel kein Weiterkommen mehr ist. In zwei Tagen gelingt zwei jungen Kletterern eine Erstbegehung an den Felspfeilern des Pisco Oeste. Zum Abschluss überschreitet ein Dreier-Team sämtliche vier Huandoy-Gipfel (6000m, 6395m, 6356m, 6160m) in nur drei Tagen.

Erste Erfolge an der Esfinge (5325m)

Nach einem gemütlichen Tag mit ersten Felsberührungen, steigen am frühen Morgen die ersten Seilschaften in die Route „Classica“ ein. Mit den letzten Sonnenstrahlen erreichen die fünf jungen Alpinisten zusammen mit Lead-Guide Denis Burdet um 14:00 Uhr den Gipfel. Die sechs Kletterer haben in den letzten Stunden siebenhundertfünfzig Klettermeter im Schwierigkeitsgrad bis 6c+/7a hinter sich gebracht. Rund zwei Tage später klettern auch die übrigen Teammitglieder über die Klassische Route auf den Fünftausender. Die „Classica“ folgt einer logischen Linie durch die imposante Ostwand der Esfinge. Äusserst abwechslungsreiche Kletterei in bestem Fels zeichnet diese Route aus.

Neben der „Classica“ versucht man sich auch fleissig an anderen Routen in der Ostwand. Am Donnerstag, nach zwei Tagen Vorbereitung, klettern Roger Schäli und Denis Burdet die wunderschöne Route „Cruz del Sur“ (800m 7b) bis zum Gipfel. Am selben Tag fixieren Martin Kimmig und David Hefti die ersten drei Seillängen der genialen Linie „Granxets Glacé“ (650m A2 VI). Dies ist die Grundlage für den kompletten Durchstieg der Route am Folgetag. Dabei gelingt ihnen der freie Durchstieg einiger künstlicher Seillängen.

Gesamtes Team auf dem Artesonraju (6025m)

Nach einigen Ruhetagen in Huaraz begibt sich die zwölfköpfige Gruppe erneut ins Paron-Tal. An zwei aufeinanderfolgenden Tagen stehen alle Team-Mitglieder auf ihrem ersten Sechstausender. Der Gipfel wird über die Südostwand erklettert. In der Firnwand trifft man auf keine nennenswerten Schwierigkeiten und kann sich im Camp, welches auf einer Moräne auf fast 4700 Metern liegt, bestens für die nächsten Tage akklimatisieren.

Huandoy Este (6000m) über den Nordgrat

Christelle Marceau, Jonas Jurt und Marco Burn klettern zusammen mit den beiden Guides Denis Burdet und Roger Schäli über den Nordgrat auf den exakt sechstausend Meter hohen Huandoy Este. Der Nordgrat besteht aus einem steileren Felsteil am Beginn, der später in einen längeren Firngrat ausläuft. Der Gipfel wird in zwei Tagen vom Basecamp erreicht. Am dritten Tag wird auf die Südseite abgestiegen, wo die fünf Bersteiger eine weitere Nacht verbringen, bevor man am vierten Tag über einen vergletscherten Pass wieder den Ausgangspunkt auf der Nordseite erreicht.

Piramide – wilde Schnee und Eisformationen

Martin Kimmig, Marcel Probst und David Hefti klettern durch ein Firn- und Eiscouloir durch die Südwestwand der Piramide de Garcilaso (5885m). Erst kurz vor dem Gipfel wird ihnen der Weiterweg durch eine instabile Schneebrücke versperrt. So beschliesst man auf den zwanzig Meter hohen Gipfelaufbau aus typisch peruanischem Griesschnee zu verzichten. Einige Tage später steigt auch Jonas Jurt zusammen mit Guide Roger Schäli durch dieselbe Route auf die Piramide.

Erstbegehung in exzellentem Granit

Direkt über dem Basislager am Chacra-See befinden sich wunderschöne Felspfeiler aus bestem Granit. An einem dieser Pfeiler klettern Gian Sebregondi und Marco Burn mit Lead-Guide Denis Burdet eine neue Route. Ihre Erstbegehung zählt nun insgesamt acht Seillängen bis zum Schwierigkeitsgrad 6c+. Nach bald fünf Wochen im Hochgebirge ist der Name nicht weiter verwunderlich: „Miss you Girl“

Überschreitung aller vier Huandoy-Gipfel

Ein eingespieltes Dreier-Team macht sich schliesslich auf um eine Überschreitung aller Huandoy-Gipfel zu versuchen. In nur knappen neun Stunden stehen Martin Kimmig, Marcel Probst und David Hefti auf dem Huandoy Este (6000m), welchen sie direkt vom Basecamp aus über den Nordgrat erkletterten. Der Nachmittag wird auf dem Pass zwischen Ost- und Nordgipfel zum Ausruhen genutzt. Aus Gewichtsgründen verbringen die drei jungen Bergsteiger die Nächte in einem kleinen Zweierzelt mit zwei Isomatten. Am Folgetag steigen sie über die Nordostwand auf den Huandoy Norte (6395m), steigen auf der gegenüberliegenden Seite ab und stellen gegen Mittag ihr Zelt auf diesem Pass auf. Nach einer kleinen Stärkung besuchen sie am Nachmittag den Gipfel des Huandoy Oeste (6356m), bevor sie heute die Nacht auf rund 6100 Metern verbringen. Tag Drei beginnt mit einem kurzen Abstieg Richtung Süden, wo es dann im Nebel hoch auf den letzten Gipfel der Huandoy-Gruppe (Huandoy Sur, 6160m) geht.