Erste Erfolge an der Esfinge

Während der zehntägigen Akklimatisationsphase in der peruanischen Cordillera Blanca gelingen dem Team Durchsteigungen von diversen anspruchsvollen Routen. In dieser Zeitspanne erreichen alle Teammitglieder den imposanten Felsgipfel über seine achthundert Meter hohe Ostwand.

Nach drei Tagen in Huaraz, wo alles Nötige für die bevorstehenden zehn Tage im Gebirge organisiert wird, reist das Team ins Paron-Tal. An der Laguna da Paron, ein türkisfarbener See, wird das erste Lager aufgeschlagen. Von hier wird das gesamte Basecamp- und Klettermaterial in rund zwei Stunden an den Fuss der Esfinge-Ostwand transportiert. Da man sich entschied, keine Träger dafür einzusetzen, sind pro Person bis zu drei Läufe mit schwerem Rucksack nötig. Das Basecamp liegt auf ungefähr 4600 Metern und eine Stunde von der Wand entfernt.

Erste Gipfelerfolge über die Route „Classica“

Nach einem gemütlichen Tag mit ersten Felsberührungen, steigen am frühen Dienstagmorgen die ersten Seilschaften in die Route „Classica“ ein. Mit den letzten Sonnenstrahlen erreichen die fünf jungen Alpinisten zusammen mit Lead-Guide Denis Burdet um 14:00 Uhr den Gipfel. Die sechs Kletterer haben in den letzten Stunden siebenhundertfünfzig Klettermeter im Schwierigkeitsgrad bis 6c+/7a hinter sich gebracht. Die glücklichen Jugendlichen heissen Jonas Jurt, Christelle Marceau, Sébastien Pochon, Martin Kimmig und David Hefti.

Rund zwei Tage später klettern auch die übrigen Teammitglieder über die Klassische Route auf den Fünftausender. An diesem Tag freuen sich Gian Sebregondi, Marco Burn, Yolan Aubert und Marcel Probst über ihren ersten peruanischen Gipfel. Die „Classica“ folgt einer logischen Linie durch die imposante Ostwand der Esfinge. Äusserst abwechslungsreiche Kletterei in bestem Fels zeichnet diese Route aus.

Weitere schwierige Routen in der Ostwand

Neben der „Classica“ versucht man sich auch fleissig an anderen Routen in der Ostwand. Am Donnerstag, nach zwei Tagen Vorbereitung, klettern Roger Schäli und Denis Burdet die wunderschöne Route „Cruz del Sur“ (800m 7b) bis zum Gipfel. Am selben Tag fixieren Martin Kimmig und David Hefti die ersten drei Seillängen der genialen Linie „Granxets Glacé“ (650m A2 VI). Dies ist die Grundlage für den kompletten Durchstieg der Route am Folgetag. Dabei gelingt ihnen der freie Durchstieg einiger künstlicher Seillängen.

Neue 60-Meter Technoroute im rechten Wandteil

In den letzten Tagen an der Esfinge gelingt Marcel Probst zusammen mit Gian Sebregondi und Marco Burn die Begehung einer neuen Technolinie. Die Route folgt einem leicht überhängenden Riss- und Verschneidungssystem über sechzig Meter. Für die freie Begehung dieser Route bleibt schlussendlich zu wenig Zeit übrig. Fazit: „Pollo d’Or“, 60m A3 6b

Energie tanken

Zur Zeit befindet sich das Team wieder in Huaraz wo man sich für die nächsten Ziele erholt. Am 1. August ist der voraussichtliche Start in die hinteren Regionen des Paron-Tals, wo man sich Besteigungen des Artesonraju und der Piramide erhofft.