“Vielleicht spiele ich in zehn Jahren Golf”

David Hefti im Interview (gekürzte Version), das Gespräch führte Stefan Schiesser

David Hefti war im Rahmen einer Schweizer Forschungsexpedition am 7126 Meter hohen Himlung Himal in Nepal unterwegs. Engagiert als Bergführer-Aspirant hatte er die schöne Aufgabe, zusammen mit seinen Kollegen, die insgesamt vierzig Probanden auf ihrem Weg zum Gipfel zu begleiten. Ein toller Arbeitsplatz in dünner Luft mit grandioser Aussicht zu den benachbarten Achttausendern.
 

Du bist gerade von der Himlung Himal-Forschungsexpedition aus Nepal zurückgekommen. Worum ging es da?
Das Ziel der Expedition war, die Höhenkrankheit zu erforschen, und die Auswirkungen von Sauerstoffarmut auf den menschlichen Körper zu untersuchen. Dazu wurden Herz, Hirn und Lunge der Probanden auf verschiedenen Höhenstufen untersucht und diverse Blutproben genommen. Die letzten Untersuchungen fanden auf knapp über 7000 M.ü.M statt. (Mehr über die Himlung Himal Expedition unter diesem Link)
 

Du warst von 2009 bis 2012 Teil des ersten SAC-Expeditionsteams für talentierte Jungbergsteiger. Was hast Du bei dieser Alpinismus-Ausbildung gelernt?
Bei der Anmeldung war ich 17 und unerfahren. Ich habe mich angemeldet, weil ich das Projekt interessant fand, mit einer vielseitigen Ausbildung und der Chance schon in jungen Jahren mit alpinistischen Zielen ins Ausland gehen zu können. In den letzten Jahren habe ich enorme Fortschritte in vielen Bereichen gemacht: sportlich, mental, technisch und menschlich. Profitieren konnte ich sowohl von den sehr erfahrenen Ausbildnern, als auch von den anderen Teilnehmern. Persönlich habe ich gelernt, dass weniger mehr sein kann. Anspruchsvolle Kletter- oder Bergtouren kosten sehr viel Energie. Nach einem Wochenende am Berg bin ich erst mal lahmgelegt, muss mich regenerieren. So kommst du nicht weiter. Es ist effizienter, weniger dafür schwierigere Touren pro Jahr zu unternehmen. Dafür bleibt mehr Zeit und Energie übrig, um an seinen technischen und konditionellen Fähigkeiten zu arbeiten. Schlussendlich habe ich auch gelernt, wie man eine Expedition, respektive eine Reise ins Ausland angehen kann, und welche einzelnen Teile der Vorbereitung wie viel Vorlauf benötigen. Auch wie man mit Medien und Partnern umgeht. Das Wertvollste, davon bin ich überzeugt, sind die entstandenen Freundschaften. Man lernt Personen kennen mit gleichen Interessen und ähnlichen Zielen. Die Schweiz ist zwar klein, trotzdem haben wir uns davor noch nicht gekannt. Auch heute noch unternehmen wir regelmässig etwas miteinander. (Die Bewerbungsfrist für das nächste SAC Expeditionsteam läuft noch bis zum 30. November 2013: Link)
 

Und auch Roger Schaeli hast Du während deiner Zeit im SAC Team kennengelernt. Im Sommer wart ihr zusammen unterwegs. Welches Projekt habt ihr in Angriff genommen?
Der „Vertikale Jungfraumarathon“ ist eine Kombination von zwei Felskletterrouten und dem Rotbrättgrat auf die Jungfrau. Die Tour ist lang und recht komplex für eine Tagestour, weil sie im unteren Teil aus Sportkletterrouten besteht und oben in eine anspruchsvolle Hochtour mündet. (Link zum Text)
 

Roger Schaeli ist als Profi-Alpinist Mitglied des internationalen SALEWA alpineXtrem Teams und Du bist ein SALEWA People. Was genau bedeutet das für Dich?
Klettern mit Roger ist sehr inspirierend, weil er immer wieder spannende Ideen hat. Er spricht nicht von seinen Erfolgen und wenig von früheren Klettertagen, sondern vielmehr über seine Kletterträume. Das ist eine sehr gute Einstellung. Privat bin ich gerne mit gleichwertigen Kletterpartnern unterwegs. Ich schätze es, wenn man Entscheidungen zusammen trifft. Mit Roger klettert man im Team, er ist nicht der Star. Das ist sehr wichtig für mich. Mit SALEWA ist es ähnlich: für mich ist es wichtig, dass ich mich mit der Marke identifizieren und hinter den Produkten stehen kann. Eine solche Partnerschaft ist ein Geben und ein Nehmen und verlangt beidseitig Kompromisse einzugehen. Bei SALEWA Schweiz arbeiten gute Leute, die eine konstruktive Zusammenarbeit ermöglichen. Das Resultat ist ein Mehrwert für beide Seiten.
 

Hast Du ein Lieblingsprodukt von SALEWA?
Der Gamma. Ich bin begeistert vom neuen Kletterfinken. (Weitere Infos unter diesem Link)
 

Du bist im Juli 21 Jahre alt geworden. Wo siehst Du Dich in zehn Jahren?
Was ich in zehn Jahren mache? Ehrlich gesagt, denke ich noch nicht so weit. Vielleicht arbeite ich dann in einem Informatik-Büro. Oder habe mit Golfen angefangen. Ich lebe den Moment und versuche das Leben, welches ich im Moment führe, zu geniessen. Und das gelingt mir zurzeit ganz gut.